Die Zeit und die verändernde Bedingung | Kapitelübersicht
Schaut man in die Geschichte zurück, kann manch einem mulmig werden: Was andere in früheren Zeiten geleistet haben und in welchem Alter – das flößt zumindest mir Respekt ein. Die Folge sind
bei mir Minderwertigkeitskomplexe: Warum bin
ich schon so alt und habe noch nicht so etwas Groß- artiges geleistet?

Die Antwort: Es ist die Zeit als die entscheidende verändernde Bedingung, die für eine verschobene Chronizität verantwortlich gemacht werden kann. Wir sind in einer immer komplexeren Welt zutiefst verunsichert, welche Angebote wir wahrnehmen sollen. Sehr vieles erscheint verführerisch, weniges wollen wir ausschließen. Wir haben das Gefühl, zunächst erst einmal alles konsumieren zu müssen, um zu einem abschließenden und die Entscheidung für etwas bringenden Urteil zu gelangen. Da aber das Konsum-Angebot schier unerschöpflich ist, wer- den wir zu Konsumautomaten. Weil das Angebot überwältigend ist und nie zu bewältigen, sind wir je- der Entscheidungsverpflichtung entbunden, da wir ja zu keinem abschließenden vergleichenden Urteil gelangen können.

Es gibt eine weitere Facette der Zeit als verändern- de Bedingung. Wir sind nach Ablauf eines gewissen Zeitraums nach einem Ereignis erst in der Lage, einen erhöhten Standpunkt auf die Ereignisse der Vergangenheit einzunehmen. Dieser Standpunkt macht uns bereit dazu, die Ereignisse aus einem neuen Blickwinkel betrachten zu können, zu wollen, oder zu müssen. Nur ein Beispiel:

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