Die Sinngabe als Partei | Kapitelübersicht
Je weniger Du erklären musst, desto mehr Macht hast Du.

Je mehr du erklärst, obwohl Du mächtig bist, desto beliebter wirst Du sein.

Beliebt sind also die Mächtigen, die nicht müde werden zu erklären und deren Erklärungen einleuchtend sind.

Die Sinngabe als Partei umfasst in ihrem Denken alle Positionen der bestehenden Parteien. Dieser Ansatz ist nicht populistisch und kann auch gar nicht populistisch sein. Denn jeder Parteiangehörige – gleich welcher Partei – wird sich durch diesen Ansatz beleidigt sehen. Andererseits muss in einem respektvollen Umgang miteinander das Denken der Anderen als begründet angesehen werden. Die Zugehörigkeit zu einer anderen Partei verbietet dem Dummen die öffentliche Anerkennung der Meinung des Anderen.

Deshalb hat die Sinngabe-Partei (desip.) die Zusammenbringung aller zum Ziel. Aber nicht, damit sich die Zusammengebrachten gegenseitig und damit die Partei selbst zerfleischen, sondern damit die Energie, die mit dem Respekt gegenüber der anderen Meinung entsteht, in eine produktive Kraft für alle umgewandelt wird.

Für das Gelingen dieses gewagten Ansatzes bedarf es nur zweier Bedingungen:

1. Die Bereitschaft zur Reflexion der Selbstreflexion, um jeder schwächenden Selbstreferenzialität zu entgehen.

2. Die Einfindung zum Lagerfeuer am Abend mit allen. Denn die von der Arbeit ermüdeten Gesichter zeigen im Schein des Lagerfeuers, dass die am Tage wahrgenommenen Differenzen zwischen einzelnen viel schwächer wiegen als die nun festzustellende Ähnlichkeit in der Bereitschaft zur Anstrengung für die friedvolle Gemeinschaft.

Es ist festzuhalten, dass immer wieder große Wellen vom Sturm des Lebens aufgewühlt werden und sie dabei das Leben gefährlich machen. Der Mensch neigt zur persönlichen Bereicherung und Bevorteilung. Je stärker eine Gemeinschaft darauf achtet, dass die Rahmenbedingungen für alle gleich sind, desto stärker ist sie als Gemeinschaft. Je heterogener eine Gemeinschaft ist, desto schwächer wird sie: die Moral sinkt im gleichen Maße wie die Stimmung. Deshalb ist es wichtig, dass eine Gemeinschaft mit der Macht ausgestattet ist, sich selbst zu regieren, sich selbst zu kontrollieren und sich selbst zu Ehre und Demut zu ermahnen.

Die so entstehende Ruhe innerhalb der Gruppe ist die Schönheit und die feierliche Rühmung des Lebens. Diese Ruhe bedarf aber der Sicherung. — Und so kommt es auf jeden Einzelnen der Gemeinschaft an, wachsam zu sein, um jede noch so kleine Störung zu unterbinden, die durch persönliche Bereicherung – auf Kosten der Gerechtigkeit und des sozialen Friedens – entsteht.

Dieses Unterbinden geschieht durch eine beherzte und wenn nötig lautstarke Ansprache. Bei fehlender Einsicht muss es zu einer Anzeige kommen. Die rechtlichen Voraussetzungen werden über die Jahrzehnte geschaffen werden. Das System wird 60 Jahre brauchen, um halbwegs zu funktionieren. Da mit der Erarbeitung theoretisch ab jetzt und praktisch 2020 begonnen werden wird und geschätzte 20 Jahre vergehen werden, bis die Partei einer Regierung angehört, erlauben wir uns die Schätzung, dass erst im Jahre 2100 ein menschliches, auf einer Solidargemeinschaft beruhendes System etabliert sein wird. Bis dahin muss ein friedlicher Sturm der Entrüstung das Land erfassen. Ein Sturm, der von uns gezeugt sein wird. Eine erste leichte Brise weht bereits. Je mehr sich dazu gesellen, desto stärker wird der Wind anwachsen. Dieser Sturm muss stattfinden um die jetzige Wellenordnung aufzuwühlen. Und dieser Sturm soll aber auch ein Ende finden. Am Ende soll eine spiegelglatte Wasseroberfläche zum Baden einladen. Wir wissen, dass wir es in Gemeinschaft können. Und wenn Du noch nicht bereit dazu bist, dann:

Ruhe vor Deinem Sturm

 

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Sinngabe.de © Daniel TORRADO HERMO 2005–2010

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