Die Humorlosigkeit | Kapitelübersicht

Der Humor ist ein wunderbares Instrument, um auf eine nicht verletzende Weise Kritik zu üben.

Humor ist ein Frischespender, Humor wischt alle Trübsal hinweg.

Es ist bezeichnend, dass wir in einer Gesellschaft leben, die auf der einen Seite sehr hungrig nach Humor ist, andererseits aber sehr wenig Spaß versteht. Denn um Spaß zu verstehen, bedarf es einer Lebensfreude, die aber den meisten abhanden gekommen ist. Es ist deshalb auch wenig verwunderlich, dass der Spaß verlagert wird. Entweder auf den Konsum von Comedy oder auf den Konsum von Suchtmitteln. Der echte Spaß, die Lebensfreude, wann fühlen Sie sie?

Sinngabe soll die Lebensfreude wieder wecken, falls diese bei Ihnen eingeschlafen ist – damit Sie auch morgen wieder kraftvoll Spaß haben können. Und wer weiß: Vielleicht stellt sich dann der Humor von ganz alleine ein.

Und denjenigen, die beim Lesen dieses Artikels bis jetzt den Kopf geschüttelt haben und dachten: „Wieso? Ich habe doch Spaß!“ – denen sei gesagt: Wieviel von Ihrem Spaß finanzieren Sie? Oder anders gesagt: Wieviel Spaß hätten sie noch, wenn Sie ein mittelloser Hartz-IV-Empfänger wären?

Der reine Spaß ist ein solcher, für den man nichts zu zahlen braucht. Und er erfordert einen Humor, der eine hohe Intensität des allgemeinen Lebensgefühls erfordert.

Vielleicht grassiert ja deshalb die Humorlosigkeit in dieser Gesellschaft: weil jeder fürchtet, er müsste dafür bezahlen, wenn er sich amüsierte. Und: diese Befürchtung könnte die Folge eines Tunnelblicks sein, der die Universalität des Lebens ausgrenzt.

Ich habe schon auf www.sinngabe.de mit einigen Artikeln darauf hinwirken wollen, die Intensität Ihres Lebensgefühls zu erhöhen. Diese Arbeit möchte ich hier, auf sinngabe.com, fortsetzen. Es geht darum, Sie als Einzelnen zu aktivieren und Ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten (die vielleicht bislang noch von niemandem abgefragt wurden) in Bezug zu der Gesellschaft zu setzen. Auf diese Weise sollen Rückkopplungen entstehen, die ebenso auf Sie zurückwirken wie auch von Ihnen, wiederum gewandelt, an die Gesellschaft zurückgegeben werden sollen. So dass in einem ständigen Prozess der Kopplungen und Rückkopplungen unsere Gesellschaft zusammenwächst und Sie sich einerseits integrieren und die Gesellschaft andererseits von Ihnen mitgestaltet wird. Sie werden also gestaltender Teil der Gesellschaft und die Gesellschaft wiederum bietet sich als Raum der Gestaltung an.

Wie Sie bereits erkannt haben, werden wir auf diese Weise langfristig zu einer Gesellschaftsform gelangen, die durch ihre extreme Offenheit jedes Extrem aufnimmt. In einen koppelnden und rückkoppelnden Prozess führt dies aber dazu, dass ein solches Extrem sein Gefahrenpotenzial verliert, da es in der Anbindung an eine radikale Mitte einen Dialog mit allen führt. Der Dialog jedoch pulverisiert jede akute Gefahr und schafft Berührungspunkte, die mit ihren Verbindungen ein dichtes soziales Netz schaffen werden.

Vielleicht sind wir zu alt und zu stark gekocht, um manch abgebrochene Verbindung wieder herzustellen. Aber wir können ein solches System mitaufbauen helfen, damit unsere Kinder von ihm profitieren können.

 

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