Die Gängelei | Kapitelübersicht
Die Gängelei ist eine Strategie der Mächtigen, um ihre Macht aufzubauen, auszubauen und zu erhal- ten. Es ist ganz einfach: der Gängelwagen muss dem zu Gängelnden als ein Instrument verkauft werden, ohne das er sich nicht fortbewegen kann. Hat sich diese Ansicht erste einmal im Denken des Gegängelten verfestigt, ist es schier unmöglich,
ihn davon zu überzeugen, dass er auch ohne den Gängelwagen auskommen könnte. Daran ist übri- gens etwas Wahres dran, denn jemand, der sich an den Gängelwagen gewöhnt hat, wird zunächst sehr viel Mühe haben, sich ohne dieses Hilfsmittel fort- zubewegen.

Dabei ist der Gängelwagen nur aus der Sicht des Gegängelten ein Hilfsmittel. Aus objektiver Sicht ist der Gängelwagen ein Korsett, das den Träger einengt, ihm die Luft nimmt, um freie Bewegungen zu machen, die seinem Körper entsprechen wür-
den. Indes in dieses Korsett gezwängt, wirken seine Bewegungen unnatürlich aus objektiver Warte, töricht, dumm und lächerlich aber aus Sicht der Herrschenden, die sich unter ihresgleichen über diese pervertierten, gegängelten und gefügig gemachten Elendigen belustigen: Seht nur, seht: Brot und Spiele, mehr braucht das Volk nicht! Wie gut für uns: denn Gegängelte lassen sich so ausgesprochen gut regieren!

* Quelle: www.kulturos.de

 

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