Die Degeneration | Kapitelübersicht
Im Gegensatz zur subjektiven Entrohung/Verrohung ist die Degenerierung eine personale Entmenschlichung. Sie geht der subjektiven Verrohung voraus.

Wenn Degenerierte mit ihren Hunden den Friedhof aufsuchen, damit die Hunde ihre Notdurft verrichten, zeugt das exemplarisch von einer weitgreifenden Entwurzelung von unseren Ursprüngen.

Die entmenschlichte Person wird zum entmenschlichten Subjekt. (Der Mensch sei die begriffliche Klammer für ein zusammenhaltendes Person-Subjekt-Konstrukt.)

Es gibt viele Möglichkeiten der personalen Entmenschlichung:

  • eine mangelnde oder unpersönliche Erziehung / eine unpersönliche Umgangsform
  • Krieg,
  • die Missachtung von Menschenrechten,
  • Verletzung, Verwundung, Hunger, Kälte,
  • eine Naturkatastrophe mit mittel- oder langfristigen Folgen,
  • (schleichende Prozesse von) Korruption, Kungelei, Entdemokratisierung oder Versklavung (ein Sklave sei, wer trotz einer Vollzeitarbeit den Staat um Unterstützung für seinen Lebensunterhalt bitten muss (/müsste, wenn der Staat unterstützen wollte)
  • und so weiter …

Die Politik erkennt bislang nicht die Notwendigkeit, möglichst viele dieser Gründe auszuschalten. Notwendig ist dieses aber, weil eine Gesellschaft nur dann gesund und leistungsfähig ist, wenn sie aus Menschen besteht, deren Person-Subjekt-Konstrukt idealerweise zu 51 Prozent aus der Person und zu 49 Prozent aus dem Subjekt besteht.

Subjekte vergewaltigen, morden, stehlen, verletzen. Und: Person und Subjekt sind immer zu veränderlichen Anteilen in jedem Menschen vorhanden. Je mehr also die Politik für die Entfaltung der Person tut, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass weniger Verbrechen passieren. Wenn man aber nun danach fragt, was für die Entwicklung der Person nötig ist, so findet man am besten die Gegensätze zu den aufgezählten Verbrechen:

Vergewaltigung — gleichberechtigte Beziehung

Mord — (Beziehungs-)Aufbau (nicht nur zur Fortpflanzung)

Diebstahl — Lohnarbeit

Verletzung — Pflege

Wenn die Person nicht aufgebaut wird, schleicht sich das Subjektive ein. Ist das Subjektive erst einmal in der Mehrheit, wird es für die verbliebenen hauptanteiligen Personen sehr schwer, eine subjektive Entrohung herbeizuführen.

Das Subjekt ist unkontrollierbar und uneinsichtig. Es lässt sich nicht durch persönliche Ansprache bekehren. Nur materielle Zuwendungen findet es attraktiv.

Reiche Personen haben dann also die Wahl: Entweder sie riskieren die Überwältigung durch einen subjektiven Mob, oder sie investieren in den Frieden.

Isolation und Angst sind die ständigen Wegbegleiter reicher Personen auf diesem rollenden Pulverfass.

Aber wir dürfen kein Mitleid empfinden. Wir waren ihre ersten Opfer.

Und verrohte Subjekte kennen nun mal kein Mitleid.

Übrigens: Es ist in Zweifel zu ziehen, dass wirklich reiche Menschen, die sprichwörtlich auf ihrem Geld sitzen, tatsächlich Personen sind im Sinne des überwiegenden Person-Anteils. Es spricht hypothetisch Vieles dafür, dass sie lediglich entrohte Subjekte sind und sie sich damit in einer Zwischenwelt zwischen dem wilden Subjekt und dem verrohten Subjekt, oder dem wilden Subjekt und der Person befinden. Hypothetisch ist dies deshalb, weil das wilde Subjekt, wenn es reich ist, eher – und vor allem schnell – zur Verrohung neigt.

Sie würden es doch auch eher als krude empfinden, wenn jemand sich heutzutage einen großen Geländewagen kauft im Angesicht des Sterbens aller Art. Doch für solche Rohheiten gibt es sicherlich schon bald am Ende von Waschstraßen die Möglichkeit, der frisch gewaschenen Knutschkugel ein paar fesche Schlammspritzer auf die Karosserie draufrotzen zu lassen. Für die Glaubwürdigkeit.

Warum solche Autos noch heil durch die Innenstädte kommen, ist kein Rätsel: Denn

  • Subjekte wollen selbst so einen geilen Schlitten irgendwann haben und
  • Personen fürchten die Strafe.

Was können wir also tun? Nun, zunächst mal wollen wir ja gar nichts tun, oder? Wir wollen lieber DVD gucken. Das ist zwar schade, dann aber wenigstens

Und wenn Du danach eine Verbündete oder einen Verbündeten suchst – meld' Dich …

 

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Sinngabe.de © Daniel TORRADO HERMO 2005–2010

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