Die Blutrache | Kapitelübersicht
Die Blutrache ist etwas zutiefst Menschliches.
Und: die Blutrache ist etwas zutiefst Archaisches. Solange es die Blutrache gibt, können wir uns gewiss sein, dass wir uns noch immer in der Arche, in einer archaischen Zeit bewegen. Dies ist der Ausgangspunkt der menschlichen Entwicklung. Und sollte die Entwicklung der Menschlichkeit irgend- wann in ferner Zukunft eine Entsprechung finden zu dem unwahrscheinlichen technischen Fortschritt, den wir bereits heute haben, können wir frohen Mutes in die Zukunft blicken.

Doch Vorsicht: es ist ein bereits alter Irrglaube, dass der Fortschritt in Bewegung bleibt. Fortschritt ist nämlich nur ein abstrahierender Begriff für un- sere -H a l t u n g . Wir wollten bis jetzt den Fort- schritt, und zumindest auf technischer Seite sind wir vorangekommen. Aber wenn wir das Gefühl haben, nicht mehr Schritt halten zu können mit der ver- meintlich verselbstständigten Geschwindigkeit des scheinbar abstrakten Fortschritts, fühlen wir uns vielleicht gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Deshalb ist es so wichtig und auch entscheidend, dass wir uns endlich Zeit dafür nehmen, die Ent- wicklung der Menschlichkeit auf den Stand der Ent- wicklung der Technik zu bringen. Denn nur wenn es uns möglich erscheint, im Einklang mit den äußeren Rahmenbedingungen leben zu können, geben un- sere inneren Rahmenbedingungen uns das Gefühl für eben jene Freiheit, die Voraussetzung für ein glückliches Leben ist.

 

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Sinngabe.de © Daniel TORRADO HERMO 2005–2010

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