Die Arbeit | Kapitelübersicht
Die Leute wollen Arbeit haben. Manchmal geht dieser Wille so weit, dass sie kostenlos arbeiten. Andere hingegen wollen nicht arbeiten und trotzdem Geld bekommen. Rund 5 Millionen Arbeitslose – das ist herb. Woher soll die Arbeit für diese Menschen nur kommen? — Die Antwort: Nirgend- wo her. Denn Arbeit ist keine Ressource, die man irgendwoher nehmen kann. Arbeit ist ein großer Teil des Lebensinhaltes. Ohne Arbeit können wir uns nicht ernähren und kleiden, nicht wohnen. Alle Arbeit ist auf diese drei Facetten unseres Lebens zurückzuführen.

Ich stelle mir immer wieder gerne vor, ich würde vor 2000 Jahren leben. Oder noch besser: vor 5000 Jahren. Ganz allein bin ich in eine Steppenland- schaft geworfen. Die Sonne scheint warm. Ich könnte eigentlich liegen bleiben im weichen Moos. Doch ich weiß: irgendwann kommen Hunger und Durst. Und die Nacht. Ich muss also den Ver- lockungen eines Sonnenbades widersagen, muss mich aufmachen, jagen, sammeln, Wasser suchen, ein Nachtlager herrichten. — Ich stelle mir diese Szenerie deshalb vor, um mir vor Augen zu führen, dass wir es nur bis in diese Zeit geschafft haben, weil unsere Vorfahren in Bewegung waren – in Bewegung sein mussten um zu überleben. Wenn wir diese Eigenschaft ablegen, spüren wir instinktiv, dass etwas fehlt.

Nur dürfen wir nicht den Fehler begehen und meinen, dass andere uns Arbeit oder Geld geben müssten. Denn wenn wir diese Vorstellung auf die Steppenlandschaft übertragen, hieße das: wir meinen, jemand müsste kommen um uns ein Kaninchen oder ein Beerenfeld zu zeigen, eine Höhle zu verraten und eine Quelle. Und der uns dann ein schönes Feuerchen macht. — Diese Vorstellung ist nicht nur unrealistisch, sondern auch in gewisser Weise beleidigend. Traut uns dieser jemand nicht zu, dass wir selbst für uns sorgen können?

Sie haben vielleicht zuletzt gedacht, dass das Steppenbeispiel doch etwas zu einfach gestrickt ist, um es wirklich als Vergleich gelten lassen zu können?! Stimmt. Trotzdem kann dieses Beispiel eine Orientierungshilfe sein. Denn unsere Be- dürfnisse sind zwar vielfältiger als in der Steppe, aber es wird klar: nur wir selbst können wissen, was wir brauchen. Nur wir selbst können wissen, was wir sein wollen. Und nur wir selbst können uns eigen- ständig auf den Weg machen um unsere Ziele zu erreichen.

Warten wir nicht auf die Lösungsvorschläge von anderen. Schaffen wir stattdessen eigene, maß- geschneiderte Lösungen. Und ob Sie es glauben oder nicht: wenn wir dies in Angriff nehmen, befinden wir uns bereits auf einem exklusiven, fruchtbaren Weg – auf dem Weg unserer Selbstverwirklichung.

 

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Sinngabe.de © Daniel TORRADO HERMO 2005–2010

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