Das Unterbewusstsein | Kapitelübersicht
Ähnlich wie bei Gott oder dem Schnurren einer Katze ist das Unterbewusstsein unerklärlich und unsichtbar. Im Unterschied aber zum Schnurren einer Katze ist ungewiss, ob das Unterbewusstsein überhaupt existiert – niemand hat es je gesehen
und schon der Begriff allein ist abstrakt. Wir haben nur deshalb ein Verständnis von dem Begriff „Un- terbewusstsein“, weil wir ihn, den Begriff vom Un- terbewusstsein, mit dem aufladen, was unserem Gefühl, unserer Erfahrung und den daraus gezoge- nen Schlüssen nach das Unterbewusstsein bedeu- ten könnte.

Interessant ist, dass wir Gott nach menschlichen Katastrophen in Frage stellen, das Unterbewusst- sein aber in seiner Bedeutung bei uns viel fester verankert ist und nicht so schnell ins Wanken gerät. Die Frage ist: warum? Warum ist das Unterbe- wusstsein so fest verankert? Die Antwort: genau- so wie mit dem alttestamentarischen zürnenden Gott ist das Unterbewusstsein etwas, womit wir uns bestimmte Dinge erklären können, für die wir sonst keine Erklärung hätten. Aber machen wir uns nichts vor: Wenn wir uns schwierige Fragen nicht beant- worten können, sollten wir nicht nach Ersatzlö- sungen suchen, die wir zwar verstehen, die aber
die Fragen nicht angemessen beantworten können. In diesem Fall ist es besser, weiterzuforschen und eventuell die Antwort nicht zu finden. Vielleicht
finden aber die nachfolgenden Generationen die Antworten.

Diese Möglichkeit, eine Frage einfach im Raum stehen lassen zu können und das Geheimnis ihrer verborgenen (oder auch möglich: nicht existie- renden) Antwort zu respektieren, sollte als klüge- rer Umgang mit der Frage gelten.

 

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