Das Studium, formal | Kapitelübersicht
Das Studium ist auf formaler Ebene eine Katastrophe. Denn in der Theorie ist das Studium die Zeit, in der die künftigen Akademiker nicht nur auf ihren Abschluss hinarbeiten. Gleichzeitig sollen sie auch zu Persönlichkeiten reifen. Denn sie bekleiden später mit ihren Qualifikationen Berufe und Ämter, die neben Kompetenz auch Persönlichkeit erfordern. Ohne Persönlichkeit und Charakter geht nichts vorwärts, sondern es stagniert und ist damit dem Niedergang geweiht. Studenten sollen also nicht nur in immer kürzerer Zeit studieren, sie sollen auch noch Zeit für die Persönlichkeitsbildung haben? Und nebenbei vielleicht noch jobben, was viele aber müssen?

Für mich ist die Bologna-Reform ein Schuss nach hinten. Die Ziele, die man vorgegeben hat, nämlich Mobilität, Strukturierung des Studiums, Berufsbefähigung, sind alle nicht erreicht worden. Was passiert ist, ist das Gegenteil. Die Mobilität der Studierenden sinkt. Von Berufsbefähigung kann keine Rede sein. Und die Anteile von Bulimie-Learning haben sich enorm verstärkt. ¹

Prof. Wolfgang Eßbach,
Universität Freiburg

¹ Quelle:
http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=
233454/did=3220424/byvd14/index.html

(8. April 2008)

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