Das Schlimmste überhaupt | Kapitelübersicht
Das Schlimmste überhaupt ist:
wenn wir unsere Menschlichkeit aufgrund einer Sachlage verraten, die von anderen, scheinbar dazu legitimierten Menschen geschaffen wurde.

Das Schlimme daran ist die vermeintliche Verzeihlichkeit, die darin liegt; angeboten von ihren einlullenden Tröstlichkeiten, die wir doch nur erfinden.

Unser Unterbewusstsein ist schlauer und weiß, dass – wenn wir nicht alles daran setzen, die Sachlage zu verändern –, die Verzeihlichkeit erstirbt, ebenso wie unsere Menschlichkeit selbst.

Wir werden zu Untoten.

Oder wir sind es schon.

Jeder, der seine Menschlichkeit nicht benennen/identifizieren kann, sondern stattdessen seine Hartherzigkeiten in langen Reihen aufgezählt sieht, ist bereits menschlich tot. Ein Tier. Nein, schlimmer.

Es wird ihn nicht interessieren …

Wir sind Täter – aber gleichzeitig auch die Opfer. Wir sind existent – aber vielleicht auch inexistent. Wir existieren vielleicht noch nicht – und vielleicht auch nicht mehr …

Joseph Vogl
(nach Jorge Luis Borges)

auf

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